
Frauenfeld, 8. Mai 2009
Da sind wir also wieder. Frauenfeld 13:00 Uhr. Proberaum. Es seht die Generalprobe für das nächste Warrnambool Konzert an. – Moment, was macht ich hier? Also alles der Reihe nach.
Als ich meine Album Brand New Day bei Matthias Heimlicher (der geilste Produzent in der Schweiz) aufgenommen habe durfte ich Bekanntschaft mit diesen sympatischen Jungs aus Frauenfeld machen. Echte Kerle. Rock’n'roll. Und laut wie ne Bombe.
Nun gut, sie brauchten noch einen geilen Lead Gitarristen für Konzerte. Und ich habe mich als ‘Aushilfs’ oder von mir aus Session-Gitarrist angeboten, bzw. wir haben uns gegenseitig gewollt oder wie auch immer. Eine explosive Mischung. Ein ex-Heavy-Metaller trifft auf tief im Glauben verwurzelte Gott Rocker. – Doch fürchtet Euch nicht… Frömmlinge sind sie nicht (… sonst hätte ich sie schon längstens rausgeschmissen…
)
Whatever… ab und an gehen wir also die Bühnen dieser Welt unsicher machen. Wobei dies sich ab jetzt nur noch auf die Gigs beschränkt wenn der neue nicht kann. – Sorry, jetzt sind sie schon vergeben. Und Freitag war’s also wiedermal so weit. Generalprobe: Da wir ja nur noch einmal vor dem Konzert üben weil wir die Songs mittlerweile zum Kaffe spielen und dann hopp auf die Bühne.
Nun… Festivals sind vom Ablauf eigentlich immer dasselbe. Man kommt an. Lädt das Material aus (das mit jedem Mal schwerer zu werden scheint). Dann stöpselt man alles ein, schaut ob’s auch tatsächlich klingt (Soundcheck) und wenn alles dröhnt geht man Essen. 18.00 Uhr.
Nach dem Essen ist Verdauung und Geisiges Sammeln angesagt. Entweder in so einem miefigen Backstage Raum oder draussen wenn’s nicht regnet und keine Fans auf einem Losgehen.
Und dann geht’s los. Tatata-tata-tatatata-tatata. Der Boden Zittert. Die Wände wackeln. Die Lichter leuchten. Die Menge (heute sind’s 3000) tobt (wenn die Klimaanlage gerade nicht ausgestiegen ist). Und wir schwitzen wie in einer Finnischen und Schwedischen Sauna gleichzeitig. Wie im Traum vergeht alles. Mein absoluter Lieblingsamp (Masotti X100M) röstet die letzten Zweifel weg und schon sind wir irgendwo an diesem wunderbaren Ort der sich Musik nennt. Alles ist und wird Musik. Phantastisch, so sollte es für immer sein.
Tja… und dann ist’s auch leider schonwieder vorbei. Die letzten Akkorde hallen nach und das Abbauen und die Equipmentschlacht geht wieder los. Manche sagen Musik sei besser als Sex, und ich weiss jetzt auch warum. Ein kurzes Konzert dauert mindestens 30min.
Diesmal lasse ich es mir aber nicht nehmen und guck mir die restlichen Bands an. Vom Coolege-Rock-Teenieband-rock’n'roll (Superchick) bis hin zu den ganz Schweren Jungs (Kutless) ist alles dabei was musikalisches Gewicht in dieser Szene bedeuet. Und natürlich darf der Business-Talk mit anwesenden A&Rs und anderem Gewächs nicht fehlen. Manchmal geschäftlich trocken, manchmal erfrischend normal. Aber diesmal auf jedenfall nett und interessant. Auch nur Menschen.
Menschen die sich und ihr tun der Musik als universelle Sprache (in diesem Fall der Liebe) widmen.
So soll es sein.
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