
Mannheim, Sonntag 15. März 2009 12:45 Uhr
Soeben bin ich irgendwo in einem Wohnquartiert dieser mir noch unbekannten Stadt angekommen. Was würde ich ohne mein Navi machen. Es findet immer den Weg. Ich wünschte es gebe das auch für andere Bereiche im Leben. – Anderes Thema.
Heute bin hierhergefahren um mit einem der kreativsten Fotokünstler Deutschlands das Coverfoto für die nächste Singleauskopplung zu schiessen. Ein Duett. Ich bin fünfzehn Minuten zu früh, und höre die Worte meiner damaligen Lehrlingsmutter in meinen Gedanken nachhallen: “Wer pünktlich kommt, ist bereits schon zu spät.” Deutsches Reinheitsgebot stelle ich fest. Bloss, ich will ein Kaffeeautomat und kein trübherbes Wässerchen.
Gottseidank, lässt meine Duettpartnerin nicht lange auf sich warten. Sie fährt fünf Minuten nach meiner Ankunft ein. Begrüssung, Freude über das wiedersehen (nach einem Jahr), und eine herzliche Umarmung, gegenseitige Komplimente wie schön den das Duett dank dem Beitrag des Anderen geworden sei. Das kann man trotz aller virtuellen, internet Produktionsmethoden und Datei-herumemailereien halt nicht ersetzen. Der Mensch als Mittelpunkt des Technik-Wahns.
Der grosse Maestro der Bildillusion lässt leider auf sich warten (es wird sich später herausstellen, dass er Französische Wurzeln hat und darum sei ihm hiermit offiziell verziehen) und so telefonieren wir die uns bekannten Nummern durch. Der Arme Mann hat soeben eine gewaltige Grippe überlebt, hat schonwieder einen Terminkalender um den ihn niemand beneiden würde und er nimmt sich Zeit für zwei Indie-Künstler die seine Sicht der Dinge, tschuldigung Subjekte brauchen.
Kaffe. Der Tag kann von mir aus losgehen. Wir pudern uns das Gesicht und ich darf von meinem ersten Schninkpuder (ich bin ein Mann!) das man zum abdecken der glänzender Stellen verwendet weitergeben, weil das ja so genial abdeckt (sie, eine Frau!). – Ich könnte jetzt sagen welches das war, aber da mir niemand einen Sponsoringvertrag angeboten hat schweige ich einfach.
Kurze Lagebesprechung. Emotionen in Konzeptbilder, Konzeptbilder in Szenenbild, Szenenbild mit Subjekten (also die Duettpartnerin und ich) befüllen. 3 Stunden hinhalten. Mit Gitarre. Ohne. Sitzend. Stehend. Nebeneinander. Stehend. Mit und ohne Blitz. Kaffe. Pause. Besprechung. Weitere Versuche. Erste erfolge. Weitere erfolge. Erster Kandidat für das Coverfoto. Zweiter, dritter, wir werden immer besser und wissen was und wie wir uns hinstellen müssen damit die Emotionen auch tatsächlich transportiert werden. Fertig.
Coverbild da. Es ist wunderschön. Einzigartig. Einmalig. Ein Moment den es so in dieser Art nie wiedergeben wird.
18.00 Uhr Heimreise.
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